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Nachhaltigkeit im Motorradtourismus – ist das möglich?

Swizzlybiker ist der Pionier in Sachen nachhaltiger Motorradtourismus. Eine Chance für Hotels und Destinationen in der Schweiz.

Ja, unsere Zeiten sind nicht die einfachsten und viele Fragen sich, ob Reisen überhaupt noch eine Zukunft hat? Darauf sind wir in unserem Beitrag „Hat Reisen eine Zukunft“ eingegangen. Dass der Motorradtourismus in der Schweiz grundsätzlich eine Chance darstellt, haben wir im Beitrag „Die Chance Motorradreiseland Schweiz?“ thematisiert. Doch wie steht es um die Nachhaltigkeit von Motorradtouren? Es gibt zwei Aspekte zu beachten wenn man Nachhaltigkeit im Motorradtourismus erklären will. Zum einen ist es das Thema Nachhaltigkeit selbst. Dies ist unter anderem durch die Bewegung „Fridays for future“ von Greta Thunberg ins Bewusstsein einer breiten Bevölkerungsschicht gelangt und zum anderen ist es das Thema Motorradlärm und Verbote.


Nachhaltigkeit im Motorradtourismus

Schweiz Tourismus hat erkannt, dass unsere Berge, Seen, Flüsse und Wälder, welche die Natur der Schweiz darstellen, schlicht das Verkaufsprodukt schlechthin sind. Zu diesem ist entsprechend Sorge zu tragen. Dies ist mit ein Grund, weshalb die Strategie „Swisstainable“ ins Leben gerufen wurde. Das stetig steigende Bedürfnis nach Authentizität, Erlebnissen in der Natur und der Wunsch nach Kontakt mit der lokalen Bevölkerung sind weitere erwähnenswerte Punkte innerhalb der Strategie. Motorradtouren in der Schweiz bieten sich hierfür bestens an. Nachhaltigkeit im Motorradtourismus ist also ohne weiteres möglich.



„Swisstainable“, das Nachhaltigkeitsprogramm des Schweizer Tourismus, verlangt nach einem gemeinsamen Commitment in den folgenden Themenschwerpunkten:

Umwelt

  1. Natur und Landschaft
  2. Wasser, Luft und Boden
  3. Energie und Klima
  4. Mobilität
  5. Abfall

Gesellschaft

  1. Bevölkerung und Kultur
  2. Spezifische Gästebedürfnisse
  3. Arbeitsbedingungen und Chancengleichheit
  4. Gästeinformation und Gastfreundschaft

Wirtschaft

  1. Marktbearbeitung
  2. Arbeitsplätze und Kooperation
  3. Innovationen und Rentabilität

Swizzlybiker – Swiss (tainable) Motorcycle Tours hat ja bereits eine erste Motorradtour in der Schweiz unter dem Label Swisstainable durchführen dürfen. Den Ausblick dazu findest Du hier. Der Bericht über die Tour folgt im nächsten Bericht.

Soviel soll verraten sein. Nachhaltige Motorradtouren in der Schweiz bzw. Nachhaltigkeit im Motorradtourismus bieten dem Tourismus eine echte Chance.


Motorradlärm und Verbote

Seit einiger Zeit sehen wir Motorradfahrer uns heftiger Kritik bezüglich Lärm ausgesetzt. Wir haben dies im Beitrag „Motorradlärm & Verbote“ thematisiert. Warum also nicht pro aktiv Motorradtouren in der Schweiz anbieten, welche nahezu geräuschlos sind? Aber keine Angst: durch die Abrollgeräusche der Reifen sind wir von Fussgängern immer gut zu hören – ausser eben sie haben sich Kopfhörer übergestülpt. Auch Autofahrer nehmen uns wahr, sofern ihre Musik im Innern nicht ganze Quartiere beschallt und sie regelmässige ihre Rückspiegel benutzen.

Wie immer, wenn etwas neues auf den Markt kommt oder etwas an alten Werten zu rütteln scheint, gibt es erst mal viel Gegewind – und dies von ganz unterschiedlichen Seiten. Nachhaltigkeit im Motorradtourismus ist also nicht für jedermann ein Thema, worüber er/sie sich unterhalten mag.

In den sozialen Medien haben wir die Motorradfahrer-Community befragt, wie sie denn zum Thema Motorräder mit alternativen Energien im Allgemeinen und E-Motorräder im Speziellen stehen. Darauf werden wir in einem späteren Beitrag eingehen. Die einen haben ihre Meinung auf die eine oder andere Seite gemacht und werden nicht umzustimmen sein. Andere wiederum suchen auf dieser oder auf der anderen Seite nach Argumenten. Diese Argumentarien werden wir in einem separaten Blogbeitrag behandeln, denn einen Überblick über die verschiedensten Informationen und Desinformationen zu kriegen, ist in der Tat nicht ganz einfach. Swizzlybiker wird versuchen, ein wenig Ordnung in dieses Chaos zu bringen. Bleibe also am Ball und folge uns zum Thema Nachhaltigkeit im Motorradtourismus.

Fast lautlos und dennoch hörbar – die Elektro Motorräder von Zero Motorcycles. Nachhaltigkeit im Motorradtourismus.

Swisstainable, Global Riders, Swizzlybiker & Nachhaltigkeit im Motorradtourismus

Bild zum Aufzeigen der Nachhaltigkeit im Motorradtourismus
Sowohl Camper als auch Motorradfahrer zieht es raus in die Natur. Foto Credits: Ciro Meggiolaro für Zero Motorcycles

Die Werte der Nachhaltigkeitsstrategie Swisstainable von Schweiz Tourismus sowie die Werte im Bereich Nachhaltigkeit im Motorradtourismus von Global Riders & Swizzlybiker decken sich praktisch zu 100%. Wir werden in den nächsten Blogbeiträgen vertieft darauf eingehen. Es liegt daher nahe, den Weg mit der Nachhaltigkeits-strategie Swisstainable weiter zu gehen. 


Global Riders Live Gespräche unter dem #Hashtag #GlobalRidersLive

Einblicke zu den verschiedenen Themen im Motorradtourismus im Allgemeinen und zur Nachhaltigkeit im Motorradtourismus im Speziellen gewähren auch die die Global Riders Live Gespräche. Diese werden nach der Motorradsaison wieder weitergeführt werden. Die Global Riders Live Gespräche, welche jeweils live auf Linkedin, Facebook und Youtube gestreamt werden, findest Du u.a. auf Youtube unter dem #Hashtag #GlobalRidersLive auf Youtube. Ein Beispiel findest Du nachfolgend:

Ausblick

Swizzlybiker – Swiss (tainable) Motorcycle Tours wird das Thema Nachhaltigkeit im Motorradtourismus mittels Weiterbildungen für Hoteliers und Destinationen angehen und diese mit dem notwendigen Knowhow ausstatten. Updates hierzu folgen.

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Die nächsten geplanten Blogbeiträge sind:

Nachhaltige Motorradtouren in der Schweiz – ein Bericht über die ersten Zero Testtage 2021 in der Gotthardregion

Tourdesign für Hotels & Destinationen – ein Bericht über das Potential von massgeschneiderten E-Motorrad-Touren für den Schweizer Tourismus im allgmeinen und die Nachhaltigkeit im Motorradtourismus im speziellen

Global Riders – wer ist das? – ein Bericht über Mission, Vision und Werte der Global Riders, bestehend aus:

Bild zeigt die Gründer des Global Riders Core Team
Das Bild zeigt die Gründer des Global Riders Core Teams. Eine gemeinsame Vision, Mission und gemeinsame Werte sind die Basis für stets gute Laune. Zwischen den beiden Bildern liegen rund 2 Stunden harte Arbeit.
  • Australien: David Reeves, Ride the world (Australia)
  • Deutschland: Susan Omondi, Qualitymanagerin ValueAddition.de
  • Italien: Jürgen Theiner, Blogger und Buchautor Motorprosa.com (bis 15.10.2021)
  • Österreich & Schweiz: Aydin K. Riza, Countrymanger A-CH der Zero Motorcycles
  • Schweiz: Andreas von Allmen alias Swizzlybiker.com
  • Spanien & Iran: Mahsa Homayounfar, notjustatourist.com

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2 Antworten

  1. Ein sehr guter Ansatz, dasszum Ersten.
    Ich möchte aber das Thema Nachhaltigkeit nicht unbedingt mit Elektrobikes in Zusammenhang sehen. Aus beruflicher Erfahrung kann ich sagen, dass Akkus definitiv Sondermüll sind und das ein recyceln noch nicht so richtig klappt.
    Die Energie für diese Akkus ist auch nicht zwingend grün.
    So jetzt genug kritisiert, dass Antriebskonzept kann durchaus überzeugen muss aber noch Alltagstauglich gemacht werden. Beispiele wären Wechselakkus und eine Reichweite und Belastbarkeit auf einer Stufe mit einem Reiseenduro.
    Ich denke wenn es dann eine große Anzahl an Herstellern gibt werden die Preise auch moderat.
    Das Motorradfahrer ein Lärmproblem darstellen ist bekannt aber das kann man auch schon mit zwei Merkmalen beeinflussen 1. Fahrer, 2. Maschine/Technik, 3. Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen.
    Viele Grüße aus dem Schwarzwald
    Georg Lange

    1. Lieber Georg
      Es ist wichtig, sich vertieft mit der Thematik auseinanderzusetzen. Daher erst mal vielen Dank für Deinen Kommentar, welchen wir gerne wie folgt versuchen zu kommentieren.

      Wie im Blog erwähnt, geht es bei der Nachhaltigkeitsstrategie „Swisstainable“ um folgende Aspekte:

      Umwelt:
      – Natur und Landschaft
      – Wasser, Luft und Boden
      – Energie und Klima
      – Mobilität
      – Abfall

      Gesellschaft:
      – Bevölkerung und Kultur
      – Spezifische Gästebedürfnisse
      – Arbeitsbedingungen und Chancengleichheit
      – Gästeinformation und Gastfreundschaft

      Wirtschaft:
      – Marktbearbeitung
      – Arbeitsplätze und Kooperation
      – Innovationen und Rentabilität

      Das Thema mit den Batterien ist also nur eines von verschiedenen Themen. In der Schweiz haben wir zudem den Vorteil, dass mehr als die Hälfte unseres Stromes aus der erneuerbaren Wasserkraft produziert wird. Swizzlybiker setzt sich zum Ziel, möglichst darauf zu achten, dass erneuerbare Energien zum Laden der Batterien genutzt wird. Zu 100 % wird das vielleicht nicht auf Anhieb gewinnen. Trotzdem ist dies nachhaltiger als die ganze Oelindustrie hinter den Verbrennern.

      Folgende Berichte zum Thema finden wir zudem spannend.

      1. Quelle TCS:

      Das Recycling von alten Batterien aus E-Autos beschäftigt derzeit auch die Autorecycling-Branche. Laut der Stiftung für Auto Recycling Schweiz stellen sich verschiedene Fragen: Welche Mengen an Rohstoffen wie etwa Kobalt können aus den Batterien zurückgewonnen werden? Welchen Wert haben diese Rohstoffe? Kann ein Verkauf der Rohstoffe die Kosten für das Recycling decken? Diese Fragen werden sich erst in den nächsten Jahren definitiv beantworten lassen.

      Die Technologien für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien wurden bereits für die Akkus aus Fotoapparaten, Handys und Laptops entwickelt. Auch in der Schweiz bestehen Anlagen, welche das Recycling von Lithium-Ionen-Akkus industriell betreiben. Das Recycling ist aber erst der letzte Lebensabschnitt einer Elektroauto-Batterie. Meist erhält die Batterie vorher noch ein Second Life (zweites Leben) in einer anderen Anwendung.

      Es gibt immer mehr Ideen, wie ausrangierte Batterien von Elektrofahrzeugen weiterverwendet werden können:

      Sie können für die Speicherung von Solarenergie genutzt werden, sei dies in Privatgebäuden oder zentral in einem grossen Speicherwerk, gekoppelt mit anderen Batterien.
      Die Akkus können für den Ausgleich von Stromspitzen verwendet werden, etwa als Puffer bei Ladestationen von Elektrofahrzeugen.
      Bereits haben sich Firmen wie BKW, Alpiq, Sun2Wheel und Helion Solar auf das zweite Leben der Elektroauto-Batterien spezialisiert. Erstaunlicherweise «erholen» sich die Batterien beim stationären Einsatz wieder, da sie hier keinen Vibrationen oder Temperaturschwankungen mehr ausgesetzt sind. Langzeitstudien liegen zwar noch keine vor, erste Tests mit Akkus als Puffer für Schnelllader zeigen aber, dass die Batterien problemlos weitere fünf bis zehn Jahre – möglicherweise sogar länger – verwendet werden können.

      2. Quelle Bank von Tobel:

      Der Markt für Elektroautos hat ein entscheidendes Manko: Tonnen explosiver, umweltschädlicher Batterien. Eine nachhaltige Lösung kommt aus Skandinavien

      Voraussichtlich 90 Prozent des Weltmarktes für Lithium-Ionen-Batterien gehen bis 2025 auf das Konto von Elektro- und Hybridautos. Doch was geschieht mit den Millionen verbrauchter Batterien, wenn diese Autos ihr Lebensende erreicht haben?

      Eine Reportage über neuste Investitionen ins Autobatterie-Recycling, die eine nachhaltige Wende vom fossilen Verbrennungsmotor zum umweltfreundlicheren Elektroantrieb antreiben.

      Batterien mögen für die Umwelt weitaus besser sein als fossile Brennstoffe, aber sie hinterlassen immer noch einen beträchtlich grossen CO2-Fussabdruck. Erst wenn man dieses Problem löst, kann die grüne Revolution wirklich halten, was sie verspricht.Es wird geschätzt, dass der Abbau und die Veredelung von Rohstoffen 30 Prozent der Treibhausgasemissionen einer Batterie verursachen.

      In Västerås, einer kleinen Stadt in Mittelschweden, befindet sich eine experimentelle Anlage für das Recycling von Batterien. Die Firma Northvolt hat sich hier zum Ziel gesetzt, die Rohstoffe aus einer verbrauchten Batterie zurückzugewinnen und sie für neue Energiespeicher wiederzuverwenden. Gegründet wurde Northvolt 2016 von zwei ehemaligen Tesla-Managern. Gelingt ihnen der Durchbruch beim Batterie-Recycling, wäre das – sofern er skalierbar ist – ein Meilenstein bei der Bewältigung der Klimakrise. Die Anlage ist seit Mitte 2020 aktiv und produziert bereits funktionierende Test-Batterien.

      In 5 Schritten zum Recycling-Erfolg

      – Batterie-Demontage automatisieren
      – Rohstoffe wiedergewinnen
      – Recycling Prozess auf erneuerbare Energien umstellen
      – Kreislaufwirtschaft optimieren und Batterien recyceln
      – Gebündelte Investment-Kräfte: Eine Chance für Europa

      Batterie-Demontage automatisieren

      Northvolt ist in gewisser Hinsicht Europas Antwort auf die beeindruckenden Leistungen von Tesla. Seit 2019 baut das Unternehmen in seiner Heimat Schweden die erste Giga-Fabrik Europas, mit dem Ziel, bis 2030 rund 25 Prozent des europäischen Automarktes beliefern zu können. Wenn die Pilotanlage erfolgreich ist, wird direkt neben der Giga-Fabrik, die am Rande der Industriestadt Skellefteå in Nordschweden liegt, eine Mega-Recyclinganlage errichtet werden.

      Im Moment ist das Recycling von Batterien für Elektroautos ein komplexes und technisch schwieriges Unterfangen. Noch vor dem eigentlichen Recycling der Batterie muss Northvolt einen sicheren Weg finden, um die Einzelteile mit all ihren giftigen, brennbaren Chemikalien in ihre Anlage zu transportieren. Es ist ein Prozess, bei dem man eine Reihe von Sicherheits- und Regulierungsauflagen überwinden muss. «Wann immer ein Akku aus dem Auto demontiert wird, muss er sicher behandelt werden», sagt Emma Nehrenheim, Chief Environmental Officer von Northvolt. «Es ist sehr teuer und zeitaufwändig, dies auf eine sichere Art und Weise zu tun.»

      Sobald eine Batterie sicher zum Recyclingzentrum von Northvolt transportiert wurde, findet der Prozess der Demontage und Entladung statt. Das Problem ist, dass Batterien dazu neigen, zu explodieren, wenn sie falsch zerlegt werden. Es gibt Lithium, Nickel, Mangan, Graphit und Kobalt – alles eingebettet in Stahl, diverse Legierungen und Kunststoff. Eine vollständige Entladung der Batterie entfernt jede gespeicherte Energie und verhindert unerwünschte thermische Reaktionen, die dazu führen könnten, dass die Batterie Feuer fängt oder explodiert.

      Während die Demontage des Batteriesatzes derzeit noch von Hand erfolgt, befindet sich Northvolt laut Nehrenheim mitten in der Entwicklung eines automatisierten Demontagesystems. Dies wird den Prozess nicht nur beschleunigen, sondern auch sicherer machen. Das grosse Hindernis, das es für die Maschinen zu überwinden gilt, ist das Batteriedesign: Meist sind keine zwei Stücke sind gleich gebaut und das zwingt die Recyclingbetriebe, unterschiedliche Anlagen für die verschiedenen Batterie-Modelle zu konstruieren.

      Rohstoffe wiedergewinnen
      Nachdem die Batterie sicher demontiert und die Zellen und Module geborgen worden sind, beginnt Northvolt damit, diese Zellen im Vakuum zu zerkleinern. So wird sichergestellt, dass sie nicht mit reaktiven Gasen wie Kohlendioxid und Sauerstoff in Berührung kommen, die die Materialien in den Zellen kontaminieren könnten. Der flüssige Elektrolyt wird verdampft und kondensiert und findet an anderer Stelle im chemischen Prozess Verwendung.

      Das zerkleinerte Material wird dann auf Grundlage seiner verschiedenen Eigenschaften sortiert. Man stelle sich das vor wie ein grosses Sieb, das die grösseren Bestandteile sammelt und sie von den kleineren trennt, während ein Magnet magnetische und nichtmagnetische Metalle aussortiert. All dies wird dann an nahe gelegene Recyclinganlagen geliefert. «Wir sind beim Recycling auf Partnerschaften angewiesen», sagt Nehrenheim. «Kupfer ist etwas, für das wir kein eigenes Verfahren haben. Aluminium ist ein weiterer Fall, bei dem wir mit Partnern zusammenarbeiten», sagt Nehrenheim.

      Sobald das gesamte zerkleinerte Material sortiert und nach Dichte, Magnetismus und Grösse getrennt worden ist, bleibt nur noch ein Haufen schwarzes Pulver übrig, etwas, das Nehrenheim als «Schwarzmasse» bezeichnet. Das Pulver besteht aus Nickel, Mangan, Kobalt, Lithiumhydroxid und Graphit, die wichtigsten Komponenten einer Lithium-Ionen-Batterie. Dieses Pulver durchläuft einen sogenannten hydrometallurgischen Prozess, bei dem das Schwarzpulver in ein Säurebad gekippt wird. Damit werden die Rohstoffe aus dem Pulver herausgelöst, so dass nur noch die Bestandteile zurückbleiben, die für die Herstellung einer neuen Batterie benötigt werden.

      Im Moment ist der Prozess relativ langsam und komplex. Aber mit der Zeit hofft Northvolt, ihn beschleunigen und vereinfachen zu können. Anna Korre, Professorin für Umwelttechnik am Imperial College London, berichtet, dass es drei dominierende Methoden für das Recycling von Batteriezellen gibt. Die hydrometallurgische ist eine davon. Die beiden anderen sind pyrometallurgisches und direktes Recycling. Pyrometallurgisches Recycling ist, wenn die Zellen einer Batterie in einem Ofen bei 3.000 Grad Celsius geschmolzen werden. Dies ist ein vergleichweise drastischer Prozess, bei dem das gesamte Lithium verloren geht.

      «Die hydrometallurgische Methode schneidet in Bezug auf seine Ökologie besser ab. Sie birgt eine 30-prozentige Verbesserung des Kohlenstoff-Fussabdrucks, wenn das Recycling einbezogen wird», sagt Korre. In Deutschland verwendet die Firma Duesenfeld ein hydrometallurgisches Verfahren, um die Batterien zu recyceln. In Belgien setzt Umicore ein pyrometallurgisches Verfahren ein.

      Damit der Kreis sich schliesst
      Die Digitalisierung hat das Potenzial, die Kreislaufwirtschaft technologisch voranzubringen.

      Recycling-Prozess auf erneuerbare Energien umstellen
      Northvolt unterscheidet sich auch dadurch, dass es seine Energie zu 100 Prozent aus Wasserkraft bezieht, um die Anlage zu betreiben. Dies bedeutet, dass das Unternehmen das Potenzial hat, seine Treibhausgasemissionen noch weiter zu senken. «Wir begannen mit der Suche nach einem Standort, an dem wir einen möglichst hohen Anteil an erneuerbaren Energien nutzen können, um den CO2-Fussabdruck zu senken», sagt Nehrenheim. «In den nordischen Ländern gibt es gar einen Überschuss an alternativen Energien.»

      Das Unternehmen will künftig die für die Herstellung der Batterien benötigten Rohstoffe direkt aus den Minen beziehen und die Kathoden selbst herstellen. Die Veredelung soll ebenfalls in der Nähe der Mine stattfinden. Dadurch, so hofft Northvolt, wird eine kürzere und nachhaltigere Lieferkette geschaffen, die leichter zu verfolgen und zu überwachen ist. Das unterscheidet sie von anderen Batterieherstellern, die lange, komplexe und globale Lieferketten in Kauf nehmen müssen. Viele Automobilunternehmen kaufen ihre Batterien von LG Chem und Panasonic, die ihrerseits die Materialien zur Herstellung der Kathoden von Lieferanten wie Umicore beziehen.

      Zurzeit bezieht Northvolt keine Rohstoffe aus der Demokratischen Republik Kongo, wo die grosse Mehrheit des Kobalts (ein Hauptbestandteil der Batterien für Elektroautos) abgebaut wird. Im Jahr 2016 ergab ein Bericht von Amnesty International, dass 35.000 Kinderarbeiter in den Kobaltminen des Landes arbeiteten. Northvolt hofft zwar, Kobalt aus der Demokratischen Republik Kongo beziehen zu können, verkündet aber, dass es dies erst tun wird, wenn es auf nachhaltige und ethische Weise geschehen kann.

      Kreislaufwirtschaft optimieren und Batterien recyceln
      Das Recycling von Batterien für Elektroautos ist bereits ein wichtiges Thema. Mit dem steigenden Absatz von Elektrofahrzeugen wird es ein entscheidendes werden. «Es geht darum, die Möglichkeit zu schaffen, neue EV-Batterien auf den Markt zu bringen und die kosteneffizienteste Art des Recyclings zu evaluieren und zu schaffen», sagt Nehrenheim.

      Der erste Block der Gigafactory-Recyclinganlage wird voraussichtlich 2022 in Betrieb gehen, um dort 25.000 Tonnen Batteriezellen pro Jahr zu recyceln.
      Das mag nach viel klingen, ist aber nur ein Bruchteil des Gesamtabfalls, der durch die Zunahme von Elektrofahrzeugen verursacht wird. Das Wissenschafts-Journal «Nature» veröffentlichte 2019 die Einschätzung, dass eine Flut von bis zu 250.000 Tonnen Altbatterien auf uns zukommt – wenn man allein die 2017 verkauften Elektroautos berücksichtigt (weltweit mehr als eine Million). Das EU-Recht schreibt vor, dass die Batteriehersteller verpflichtet sind, ihre Altbatterien zurückzunehmen, sobald sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, und verbietet die Entsorgung von Autobatterien auf Deponien und durch Verbrennung.

      Die Unterstützung für Klimaschutzmassnahmen wächst
      Regierungen und Regulierungsbehörden können eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels spielen. Es sind jedoch innovative Unternehmen, die die Beinarbeit erledigen werden. Entdecken Sie, wie Clean-Tech-Innovationen neue Möglichkeiten für Investoren eröffnen.

      Gebündelte Investment-Kräfte: Eine Chance für Europa
      «Die Sorge, dass die Batterien in den meisten Ländern auf Deponien landen, ist unbegründet. Es gibt weltweit sehr strenge Vorschriften», sagt Paul Anderson, Hauptforscher für das Projekt zum Recycling von Lithium-Ionen-Batterien der Faraday Institution. «Wir müssen sie recyceln. Es gibt kaum eine andere Möglichkeit, als die Batterien wiederaufzubereiten.»

      Autobatterien grüner zu machen, erfordert nicht nur viel Wissen, es kostet auch viel Geld. Im Juli gab Northvolt bekannt, dass es 2,6 Milliarden Euro an Eigen- und Fremdkapital investiert hat, um die Entwicklung von zwei Lithium-Ionen-Gigafabriken voranzutreiben und die Forschung und Entwicklung im Bereich Recycling zu verstärken. Das Unternehmen verfügt über Investitionen von BMW, Volkswagen, ABB und Siemens. Die Europäische Investitionsbank hat ihm 355 Millionen Euro geliehen.

      Während Europa bei der Batterieproduktion deutlich im Hintertreffen ist, hofft Northvolt, den Vorstoss für grüne Batterien anführen zu können. Laut Bloomberg NEFs Lithium-Ionen-Batterie-Lieferketten-Ranking für 2020 ist China für 80 Prozent der weltweiten Rohstoffraffination verantwortlich. 77 Prozent der weltweiten Kapazität und 60 Prozent der weltweiten Komponentenfertigung kommen aus dem Reich der Mitte. «Das Problem mit China ist, dass seine Energieversorgung derzeit stark von Kohle abhängt, was bedeutet, dass sein CO2-Fussabdruck sehr gross ist», sagt Korre. «Die andere weit verbreitete Besorgnis betrifft die Einhaltung der Umweltvorschriften.»

      Gewinnmargen «powered by recycling»
      Der Druck, den China von sauberen, grüneren Rivalen in Europa und anderswo erfährt, könnte die Batterie-Fertigungsketten verändern. Paul Anderson, Co-Autor einer wissenschaftlichen «Nature»-Studie, prognostiziert, dass bald jede Batteriefabrik in Nachbarschaft eines Recyclingwerks steht – unabhängig davon, ob die Batteriefabrik selbst ein Recyclingwerk baut oder eine Handelspartnerschaft mit einer nahegelegenen Anlage eingeht. Und der Grund dafür müsste noch nicht einmal der CO2-Fussabdruck sein. «Es wird mehr oder weniger automatisch geschehen, was auch immer die Betreiber für ökologische Ziele haben», sagt er. «Es geht um die Gewinnmargen der Hersteller. Es ist sinnvoll, Produktionsschrott oder mangelhafte Zellen, die durch die Qualitätskontrolle fallen, wiederaufzuarbeiten.»

      Bis zum Jahr 2030 hofft Northvolt, dass 50 Prozent der Rohstoffe, die es für die Herstellung seiner Batterien benötigt, aus Recyclingmaterial stammen werden. Bis dahin peilt Northvolt einen Anteil von 25 Prozent des europäischen Marktes an. «Wir picken nicht die Rosinen aus dem Keks, wie wir in Schweden sagen», sagt Nehrenheim. «Und wir sprechen nicht nur von CO2-Emissionen oder vom Recycling von Kobalt. Es geht darum, sicherzustellen, dass künftig jeder weiss, was er kauft, und welchen Einfluss die erneuerbaren Energien auf die gesamte Lieferkette haben.»

      Swizzlybiker ist ganz klar der Meinung, dass E-Motorräder und nachhaltiger Tourismus – wenn mal alle oben erwähnten Punkte berücksichtigt – möglich ist. Nachhaltigkeit aber rein nur von den Batterien abhängig zu machen, würde zu kurz greifen.

      Wir hoffen, wir konnten unser Ansinnen etwas plausibler darstellen lieber Georg.

      Wann kommst Du mit uns auf Testfahrt?

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