UKW, USB, DAB + – was jetzt?

Ich darf mich glücklich schätzen, zwei Motorräder zu fahren, welche mir beide bereits grosse Freue bereitet haben. Eine BMW R 1200 GS und eine Indian Roadmaster.

Die BMW R 1200 GS verfügt über keine Anlage, über welche ich Radio hören könnte. Das wäre nur über das Headset möglich, was ich aber nicht so mag. Ich habe das Gefühl, dass ich dann die Umgebung (z.B. Sirenen von Sanität, Feuerwehr und Polizei), aber auch andere Verkehrsteilnehmer. Und manchmal sind ja auch die Kirchenglocken ganz praktisch zu hören! 😉

Übrigens: Die Bilder, die Ihr hier zu sehen bekommt, stammen alle von mir. Ihr findet diese teilweise auch auf meinem Instagram-Account!

BMW R 1200 GS, Meieberg - Luegle

BMW R 1200 GS, Meieberg – Luegle

Auf meiner Indian Roadmaster hingegen, habe ich zwei Möglichkeiten, Radio zu hören. Entweder über einen UKW-Sender der direkt eingebaut wurde, mich aber von der Qualität her noch nie sonderlich überzeugt hat, oder über mein Iphone, das ich dann via USB-Kabel oder Bluetooth mit dem serienmässig verbauten Infotainment-System kopple. Die Qualität hier ist gut bis sehr gut, so lange ich mich in meiner eigenen Roaming-Zone bewege. Verlasse ich mein Land, würden bei eingeschaltetem Roaming eben diese Gebühren bei meinem Netzanbieter (in meinem Falle Swisscom) anfallen. Und das nicht zu knapp.

Die Indian Roadmaster auf der Chalberweid

Die Indian Roadmaster auf der Chalberweid

Nun ist ja aber das sogenannte DAB + in aller Munde. Wie steht es denn nun damit. Darüber habe ich im Töff-Magazin (Töff ist der schweizerische Ausdruck für Motorrad) einen interessanten Artikel gelesen, welchen ich Euch gerne eins zu eins zukommen lasse:

“In der Schweiz läuft seit Längerem eine grosse Werbekampagne für DAB+-Radio. Viele Autos haben es bereits. Aber wie sieht es bei den Töff aus?

Wir sind sehr erstaunt.
Keiner der namhaften Motorradhersteller mit grossen Tourern, die serienmässig bzw. optional über Multimedia-Anlagen inklusive USB- oder Bluetooth-Schnittstellen und Radio verfügen, kann sich derzeit präzis zum Thema DAB+ äussern. Alle erhältlichen Töff mit Radio verzichten noch auf das neue, digitale DAB+. Dabei drängt eine auf allen Kanälen laufende Werbekampagne mit Grössen der Schweizer Musikszene (s. kl. Bild rechts) richtiggehend dazu, lieber heute als morgen alle UKW-Radios durch DAB+-Empfänger zu ersetzen.

Selbst Premiumanbieter BMW Motorrad hat noch keine Lösung parat, wie man uns bei BMW Motorrad Schweiz mit Bedauern sagt. Man verweist hier auf Drittanbieter. Dabei bietet BMW gleich mehrere mit Radio bestückte Touringmodelle an, die ja sonst technisch ganz vorn mit dabei sind.

Das neueste Luxustouring-Modell,
die auf diese Saison hin lancierte Honda GL 1800 Gold Wing, verzichtet ebenso auf DAB+. Bei Honda Schweiz konnte man uns keine Auskunft darüber geben, ob es für den Newcomer demnächst eine Nachrüstmöglichkeit geben wird. Dasselbe Ergebnis bei Harley-Davidson, wo bei Modellen wie der Electra Glide die «Boom! Box» einen zentralen Stellenwert einnimmt. Bei der Simota AG, dem Schweizer Importeur der Marke Indian, heisst es immerhin, man arbeite am Thema und werde rechtzeitig eine Lösung für Tourer wie Chieftain oder Roadmaster präsentieren.

Nicht zu vergessen ist, dass da auch noch Tausende nicht mehr ganz neue Touring-Bikes – darunter auch Bikes von Marken wie Kawasaki oder Triumph – im Einsatz sind. Auch hier dürfte es einige Besitzer geben, die an einem Umrüstkit interessiert sind. Denn nicht jeder hat eine Playlist auf seinem Smartphone oder nutzt Streamingdienste – manch einer möchte einfach nur Radio hören können.

Bis Ende 2019 bleibt der UKW-Empfang garantiert, weil die UKW-Konzessionen bis dann laufen, heisst es beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom). Ab 2020 wird hierzulande DAB+ zur Hauptverbreitungstechnologie für Radioprogramme. UKW-Veranstalter können ab dann ihre Sender abschalten. Das Bakom geht davon aus, dass dies in dicht besiedelten Gebieten nicht sofort der Fall sein werde. «Aber in Randgebieten und bei maroden UKW-Sendern muss damit gerechnet weren.» Die Arbeitsgruppe «DigiMig» (digitale Migration) erarbeite gerade einen Prozess für die koordinierte Abschaltung. Das vorläufige Ziel ist, dass der Abschaltungsprozess bis 2022 erfolgt ist.

Das Bakom hält fest, dass über die Abschaltung der UKW-Sender weder Bund noch Bakom entscheiden, sondern die Radiobranche. Allerdings propagiert der Bund DAB+ nicht nur, er bezahlt allen Radiostationen auch 80 Prozent der Kosten für die Umstellung. Ab 2020 wird dieser Beitrag schrittweise reduziert. Da Radiosender heute schon alle digital produzierten, seien die Umrüstungsinvestitionen minimal. Allenfalls müsse ein Decoder angeschafft werden, der das Programmsignal entsprechend aufbereite. «Zudem müssen sich die Radiostationen bei der DAB+-Verbreitung nicht mehr um die Sendeinfrastruktur kümmern. Die DAB+-Sendernetze werden von spezialisierten Unternehmen (die in der Regel anteilsmässig den ¬Radiostationen, der SRG und der Swisscom gehören) betrieben. Die Radiostationen bezahlen die Miet¬kosten für die Nutzung einer bestimmten Datenrate.

Heute sind schon nahezu alle
Schweizer Strassen mit DAB+ versorgt. Das DAB+-Netz ist laut Bakom bereits besser ausgebaut als das UKW-Netz. Die Strassentunnels werden in den nächsten Jahren laufend mit DAB+-Empfang ausgerüstet und bis Ende 2018 wird das Bundesamt für Strassen die 180 grössten Nationalstrassentunnels mit DAB+ ausstatten. Die Investitionen betragen rund 35 Millionen Franken, die durch Empfangsgebühren, Konzessionsabgaben und einen weiteren Fonds gedeckt werden.

Was bringt DAB+?
DAB+-Programme sind rauschfrei und in grösseren Gebieten hörbar. Anders als bei UKW bietet eine Frequenz bis 18 Programmen zugleich Platz. Das erlaubt eine breitere Vielfalt, auch durch völlig neue Sender (z. B. bisher reine Internet¬radios). Mehr zum Thema: www.dabplus.ch

Umrüstungen für BMW, Harley-Davidson und Honda
Laut dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) wurden im letzten Jahr 85 Prozent der Neuwagen mit DAB+-Radios ausgerüstet. Eine Umrüstung von Fahrzeugen ohne DAB+ lohne sich in jedem Fall. Sei es durch Gerätetausch oder duch Aufrüstung mit einem separaten DAB+-Empfänger (in der Regel mit eigener Antenne). Bei letzterer Variante wird das Signal via AUX-Buchse direkt eingespeist oder via UKW-Signal (über eine freie Frequenz) an die vorhandene Radioantenne gesendet.Lösungen für Töff: Für BMW, Harley-Davidson und Honda gibt es eine perfekt in die jeweiligen Systeme integrierbare DAB+-¬Lösung bei Exclusiv Car-HiFi in Hallwil (www.exclusivcarhifi.ch). Hier können sich neben Auto- nun auch Töffhändler bzw. Mechaniker zum DAB+-Experten ausbilden lassen. Mitinitiant für das BMW-DAB+-Kit ist Markus Kundert vom Motocenter Seetal in Hochdorf LU, der auf Exclusiv Car-HiFi zuging, um eine seriöse Lösung zu erarbeiten. Kundert bietet den Umbau für BMW (s. Bild) für 500 Franken an (www.motocenter-seetal.ch).”

Link zum Töff-Bericht

BMW R 1200 GS, Beatenberg - Grön

Hat der Bericht ein wenig Licht ins Dunkel gebracht?  (Bild: BMW R 1200 GS in Tunnel zwischen Beatenberg und Grön)

Ich bin sicher, es gibt noch andere Lösungen zum Thema DAB +. Anlässlich der 70 Jahre Jubiläums Feier von VW Schweiz in Interlaken bin ich z.B. auf die Firma “Exclusv Car-Hifi Gmbh” gestossen, welche DAB-Lösungen für Autos anbietet. Diese sollten aus meiner Sicht aber auch für’s Motorrad verwendet werden können.

Oder kennst Du einen Anbieter, welcher DAB+-Lösungen für unsere Töffs bereit hat? Dann her damit. Willkommen ist jeder Anbieter, egal ob im In- oder Ausland.

Ich wünsche Euch allen unfallfreie Fahrt und nur erwünschte (manchmal geniesse ich es, nicht erreichbar zu sein! 😎) Funklöcher!

Collage II made by Swizzlybiker

Collage II made by Swizzlybiker

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