Mercure Hotel München Schwabing

Berlin ist passé, den Streik habe ich via Frankfurt umflogen, am Wochenende habe ich eine kurze und Kopf auslüftende Motorradtour durch’s Schweizerische Emmental unternommen, mein Auto wartet am Flughafen Bern-Belp  und ich bin bereits wieder in der nächsten deutschen Stadt: München.

Liebfrauendom München

Liebfrauendom München

München vorzustellen ist überflüssig. Wer aber trotzdem mehr über die Stadt und sein Innenleben erfahren möchte, den kann ich weiterführende Blogs verweisen,  welche sich mit der Stadt beschäftigen:

Nun aber zum Thema: Wie bereits im Artikel Mercure Hotel Berlin Mitte erwähnt, bin ich Mitglied der Accorhotels. Grund hierfür sind, dass ich in der Regel weiss, wie der Standard in etwa ist und weil ich auf Städtereisen nicht lange suchen mag. Trotzdem gibt es auch hier Unterschiede.

Hotel Aussenansicht, Bar, Eingangsbereich und Morgenzeitungen im Frühstücksraum

Das Mercure Hotel München Schwabing liegt an der Leopoldstrasse 120 im Stadteil Schwabing, welcher dem Hotel seinen Namen verliehen hat. Die U-Bahn-Station Münchner Freiheit liegt mit rund 250 Metern Entfernung in unmittelbarer Nähe zum Hotel. Reist man mit dem Auto oder dem Motorrad an, bietet das Hotel eine kostenpflichtige Tiefgarage.

Anders als in Berlin, ist in diesem Münchener Hotel alles etwas kleiner und, obwohl einiges ebenfalls relativ neu eingerichtet zu sein scheint, irgendwie etwas weniger einladend – die Liebe zum Detail fehlt in diesem Hotel.

Die Rezeption und die dazugehörige Hotelbar sind zwar zweckmässig und architektonisch sicher nicht schlecht geplant, aber es fehlt das gewisse etwas. Bereits beim Check-In macht sich das bemerkbar. Die Rezeptionistin mag nicht gerne Auskünfte erteilen, denn man könne ja alles auf der Website nachlesen. Zudem müsse sie jetzt erst den Check-In-Vorgang erledigen, bevor sie auf allfällige Fragen eingehen könne. Ich  behalte meine Fragen also für mich.

Am Abend verabrede ich mich mit meinem Motorrad- und Tourguide-Kollegen Michael, welcher auf meine Empfehlung hin, ebenfalls hier abgestiegen ist, an der Hotelbar. Zu uns gesellt sich ebenfalls ein Freund, welchen ich als Instagrammer kennengelernt habe und mit welchem ich mich dann ein wenig über Motorräder und Bike-Fotografie unterhalten haben. Für Aussenstehende mag das eigenartig klinken, wenn da drei Männer den ganzen Abend nur das Thema Motorrad, Motorradreisen und Fotografie behandeln! 😉

Ich mag diese Gespräche sehr und schätze es, wenn man gemütlich was zusammen trinken und den Abend geniessen kann. Trinken? Tja, das war gar nicht mal so einfach. Der diensthabende Kellner/Rezeptionist war wie vom Erdboden verschluckt. In diesem Hotel ist es dem Gast nicht ganz klar, welche Rolle die diensthabende Person nun inne hat.  Wohl aus Gründen der Personalkosten betreibt eine Person alleine die Bar und die Rezeption. Wehe es treffen mal sowohl in der Bar wie an der Rezeption mehrere Gäste ein! Nach einigen Minuten des Wartens habe ich mich also auf die Suche nach der diensthabenden Person gemacht und fand dann eine Rezeptionistin, welche eifrig auf ihrem Handy rumtippte. Endlich konnte wir bestellen!

Wir waren relativ lange alleine in der Bar und und konnten uns gut über die für uns interessanten Themen Motorrad, Fotografie, Instagram, soziale Medien und natürlich Tourguiding / Reiseleitung unterhalten. Irgendwann waren die Gläser leer und wir verlangten nach Nachschub, bzw. hatten die Absicht dazu. Auch jetzt war wiederum niemand vom Personal anwesend. Zum Glück wusste ich ja jetzt aber wo suchen und konnte die Rezeptionistin erneut dazu bewegen, uns doch wieder mit Getränken zu versorgen. Wahrscheinlich damit sie schneller arbeiten kann, ergriff sich keck unsere noch fast halbvollen Gläser und wollte diese abräumen, was ich nicht gutheissen konnte. Auf meine Frage, weshalb sie unsere noch mit Inhalt versehenen Gläser abräumen wollte, meinte sie achselzuckend und irgendwie gehetzt und genervt, es sei wohl nicht ihr Tag.

Inzwischen ist der Kellner eingetroffen und wir wollten die Rechnung begleichen. Denkste! Das ist nicht so einfach hier! Vermutlich verfügt (dieser Teil ist ironisch zu lesen) das Hotel über ein altes PMS (Property Management System), oder zu gut deutsch, wohl noch über einen manuellen Reservationsplan und ein eben ein PMS aus der digitalen Steinzeit. Jedenfalls wurde mir mitgeteilt, dass die Rechnungen weder gesplittet, noch storniert oder neu getippt werden könnten. Meine Freunde aus der Hotel-Zulieferer-Branche sollen sich doch mal hier im Mercure Hotel München Schwabing melden. Vielleicht könnt Ihr ihnen dann ein System installieren, das solche doch ziemlich häufig vorkommenden Vorgänge, zulassen wird.

Nun ja, schlussendlich war dann doch alles erledigt, wir verabschiedeten uns, Instagram-Kollege Rewefoto fuhr nach Hause, Michael und ich zogen uns in unsere Gemächer zurück.

Zimmer und Bad entsprechen dem Standard, die Korridore könnten einen neuen Anstrich vertragen

Zimmer und Bad entsprechen dem Standard, die Korridore könnten einen neuen Anstrich vertragen

Die Zimmer sind ebenfalls zweckmässig und architektonisch dem Standard entsprechend ausgestattet. Aber auch hier: es fehlt die Liebe zum Detail. Geschlafen habe ich aber wie ein Engel, was aber wohl darauf zurückzuführen war, dass mir die Reise nach Berlin noch in den Knochen steckte.

Positiv hier: Das WLAN funktioniert tadellos! Danke!

Das Frühstück sei die wichtigste Mahlzeit des Tages. Wenigstens in diesem Punkt kann ich dem Mercure Hotel München Schwabing eine einigermassen gute Note aussprechen. Das Frühstück ist reichhaltig und die anwesende Frühstücksdame war stets freundlich – sofern sie anwesend war.

Jetzt, wo ich an diesem Artikel weiter schreibe, sitze ich grad zum zweiten Mal in diesem Frühstücksraum. Eigentlich ist hier alles in Ordnung und es auch sauber, aber irgendwie fehlt es auch hier am gewissen etwas, an der Liebe zum Detail.

Ich finde mich also zum zweiten Mal hier im Frühstücksraum ein, bin alleine, hätte gerne einen Kaffee und muss mich nun also erneut auf die Suche nach einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter machen. Ich denke, ich nutze doch diese Suchzeit mal, um mit meiner kleinen Sony DSC-HX90V ein paar Bilder für meinen Blog zu schiessen, währenddessen ich dann dann ein fröhliches Gekicher aus der Frühstücksküche zu vernehmen vermag. Dieser Akkustik folgend stosse ich auf drei fröhliche Personen in der Frühstücksküche. Eigentlich waren’s 3,5 Person. 2 Frühstücksdamen und 1,5 Rezeptionist-Barmann-Kombination. 😉 Wie dem auch sei: meiner Bitte nach einem Milchkaffee wurde sofort Hilfe geleistet und eine jüngere Dame kümmerte sich beflissen, mich, den wahrscheinlich etwas grimmig dreinschauenden und mit Foto-Apparat ausgerüsteten Hotelgast zufrieden zu stellen. Der Kaffee schmeckt vorzüglich und meine Laune hellt sich wieder auf! 🙂

Frühstücksbuffet & Frühstücksraum

Frühstücksbuffet & Frühstücksraum

Mir fällt auf, dass drei Personen in der Küche stehen um diesen doch übersichtlichen Frühstücksraum zu bedienen. Wenn z.B. eine Selbstbedienbare Kaffeemaschine hingestellt würde, würden sich als Wartezeiten wahrgenommene Bestellzeiten erübrigen und der Gast kann sich seinen Kaffee selbst holen. Die gewonnene Zeit könnte z.B. für’s Zubereiten von frischen Spiegeleiern, 3-, 4- oder 5-Minuten-Eiern oder frischem Rührei verwendet werden. Auch die Würstchen könnten täglich neu gebraten werden und müssten nicht an aufeinanderfolgenden Tagen regeneriert werden.

Mein Fazit für den Aufenthalt Mercure Hotel München Schwabing fällt durchzogen aus: Das Hotel bietet alles, was man von einem Hotel erwartet. Die Zimmer sind ok, Das Frühstück ist ok. Es ist eben alles einfach ok. Es stellt sich jetzt einfach nur die Frage, ob das Arbeiten in einem Betrieb, wo alles einfach „nur“ ok ist, Spass macht? Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Mitarbeiter Freude an ihrem Job hatten. Klar, sie waren schlussendlich mehrheitlich freundlich und höflich, und dennoch fehlt mir hier in allem das bereits erwähnte gewisse etwas.

Sollte das Mercure Hotel München Schwabing sich von „ok“ auf „mit Freude dabei“ verbessern, wäre ich sicherlich gerne wieder mal Gast. Im Augenblick jedoch muss ich feststellen, dass ich mir für meinen nächsten Aufenthalt ein anderes Hotel suchen werde.

 

Ein Gedanke zu “Mercure Hotel München Schwabing

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