Motorräder künftig aus dem 3D-Drucker?

3D-Drucker könnten in Zukunft den Fahrzeugbau revolutionieren. Ob man sich in Zukunft kein Motorrad mehr, sondern einen 3D-Drucker kauft?

Die US-amerikanische Firma Divergent 3D  sowie die Airbus-Tochter Apworks haben bereits Erfahrungen in der 3D-Produktion von Motorrädern gesammelt und ihre Bikes der Öffentlichkeit vorgestellt.

Motorrad-Besitzer tragen sich oft mit dem Gedanken, ihr Bike umzubauen. Ein anderes Verkleidungsteil, ein kleinerer Auspuff, ein Stummelheck – der Markt der Möglichkeiten ist vielfältig. Doch wie wäre es mit einem neuen Rahmen? Einer, der zudem aus dem Drucker kommt.

3D-Dagger

Die Firma Divergent 3D hat einen solchen Rahmentausch bei einer Kawasaki H2 vorgenommen.

Bereits im Jahr 2015 haben die in Kalifornien ansässigen 3D-Drucker-Spezialisten mit der Präsentation des Supersportwagens Blade für Aufmerksamkeit gesorgt. Bei diesem Fahrzeug stammen die Chassisbauteile ebenfalls aus dem Drucker. Jetzt haben die Print-Experten ein Motorrad namens Dagger mit Drucker-Technik gebaut und auf der L.A. Autoshow halbfertig ins Forum der Messe gestellt.

Auf Youtube habe ich übrigens eine Präsentation zum 3D-Dagger gefunden.

Alles aus dem Printer

Ebenfalls mit der Druckertechnik von Divergent 3D sind Hinterradschwinge und Tank entstanden. Beim überschaubaren Rest, also der vorderen Radführung, den Bremsen oder den Rädern, kommen Standardteile zum Einsatz. Im Kern soll die Dagger Möglichkeiten aufzeigen, wie man Herstellungstechniken im Fahrzeugbau revolutionieren kann. So könnten Motorradmanufakturen mechanische Teile wie den Motor zukaufen, Teile wie den Rahmen oder den Tank jedoch selber mit einem 3D-Drucker produzieren.

Light-Rider

Es ist nur 35 Kilogramm leicht und bringt es auf 80 Kilometer pro Stunde: Die Airbus-Tochter Apworks hat das weltweit erste Elektromotorrad aus dem 3D-Drucker vorgestellt. Airbus-Chef Thomas Enders drehte eine Runde auf dem „Light Rider“ genannten Gefährt.

Laut Apworks ist das Motorrad rund 30 Prozent leichter als Motorräder mit vergleichbarer Leistung. Grund ist demnach ein per Computeranalyse optimierter Rahmen.

Das in 3D-Druck hergestellte Elektromotorrad ist durch seine Skelettstruktur besonders leicht. (Quelle: dpa)

Das in 3D-Druck hergestellte Elektromotorrad ist durch seine Skelettstruktur besonders leicht. (Quelle: dpa)

Light Rider: Geringes Gewicht durch „Skelettstruktur“

Der „Light Rider“ sei keine „Spielerei“, sondern eine Demonstration, was im Transportbereich technisch möglich sei, sagte ein Unternehmenssprecher. Der Rahmen des Motorrads wird demnach aus einer pulverisierten Aluminium-Legierung gedruckt, wobei durch „bionisches Design“ eine Art „Skelettstruktur“ entsteht: Im Computer werde vorher getestet, wo auf den Rahmen bei der Fahrt die größten Belastungen wirken.

Dadurch wachse die Struktur gewissermaßen an natürlichen Bedürfnissen ausgerichtet und müsse nicht massiv gestaltet werden, teilte Airbus mit.

„Eine derart komplexe Hohlstruktur ist mit konventionellen Herstellungsprozessen wie beispielsweise Schweißen oder Fräsen nicht realisierbar“, erklärte Apworks-Chef Joachim Zettler. Einmal vom Computer gespeichert, könne die Rahmenstruktur mit dem 3D-Druckverfahren schnell reproduziert und außerdem je nach Gewicht und Größe des Nutzers individuellen Bedürfnissen angepasst werden.

Hier eine Youtube-Präsentation des Light Riders.

3D-Drucker soll auch Flugzeuge optimieren

Das gleiche Prinzip ließe sich laut Airbus zufolge auch beim Bau von Flugzeugen anwenden. Durch optimierte Strukturen könnten die Kabinen deutlich leichter konstruiert werden. Für die Luftfahrtmesse ILA Anfang Juni in Berlin kündigte Airbus die Vorstellung eines nach dem 3D-Bauprinzip gestalteten Flugzeugprototypen an.

Link zu den Originalartikeln von n-tv.de und t-online.de

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