Breite(?) Allianz gegen Knatter-Töffs?

Da ist sie mal wieder, die Diskussion um den Lärm der Motorräder. Aber handelt es sich hierbei um Lärm? Oder handelt es sich um Musik? Je nach Leser wird hier die Antwort geteilt ausfallen. Meine persönliche Meinung? Morgens um 03:00 Uhr vor meinem Schlafzimmerfenster ist es Lärm. An der Rennstrecke, während dem ich als Schweizer Tom Lüthi und Dominique Aegerter anfeure, ist es für mich Musik. Bis hierhin gehst Du wahrscheinlich mit mir einig.

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Die nächste Aussage wird nun wohl einen Graben zwischen die Leser treiben:

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„Während der Hochsaison auf dem Stilfsjerjoch (hier ein Kurz-Reisebericht mit Foto’s auch zum Stilfserjoch) ist es für mich als Motorradfahrer reinste Musik!“

oder

„Während der Hochsaison auf dem Stilfserjoch (hier wird der Pass vorgestellt) es für mich als Erholungssuchender Wanderer ohrenbetäubender Lärm!“.

Wer hat nun Recht?

In einem Pressebericht der Basler Zeitung geht es um diese Thematik. Bitte lest doch diesen Artikel, nehmt an der Umfrage der BaZ teil, und gebt mir hier Euren Kommentar dazu ab. Mich interessiert Eure persönliche Meinung! Jede Meinung ist willkommen, so lange sie nicht beleidigend oder persönlichkeitsverletzend ist.

Ich freue mich auf Deine Aussage zu diesem prisanten Thema!

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Sollte der Link nicht funktionieren, hier eine Kopie (Stand 28.9./ca. 07:00 h) des Berichtes. Zu beachten ist übrigens die Umfrage zum Lärmempfinden:

Sollte der Link nicht funktionieren, hier eine Kopie des Berichtes:

Breite Allianz gegen Knatter-Töffs

Michael Soukup. Aktualisiert am 27.09.2016 124 Kommentare

Die Motorradhersteller umgehen mit einem technischen Trick die Lärmvorschriften. Nun wollen 80 Nationalräte und die Lärmliga die lauten Töffs verbieten – einmal mehr.

Geht es nach dem Willen zahlreicher Nationalräte, sollen künftig zu laute Motorräder systematisch kontrolliert werden: Polizeikontrolle im Kanton Waadt. Bild: Laurent Gillieron/Keystone
Bild: Keystone

Seit Jahren ist bekannt, dass gewisse Motorräder und Sportwagen zu laut herumfahren. 2014 hiess es in einem Bericht des Bundesamtes für Strassen (Astra), dass Motorräder systematisch mehr lärmen, als sie eigentlich dürften – und doch könne die Polizei nicht dagegen einschreiten. Wie die Astra-Untersuchungen nämlich zeigten, trickst ein Grossteil der Hersteller, um den von den Kunden gewünschten «Sound» zu erzeugen. Die Maschinen werden so programmiert, dass sie die Emissionsvorschriften einhalten, allerdings nur unter den Laborbedingungen der massgeblichen Geräuschtests.

Messungen der Kantonspolizei Zürich ergaben, dass gewisse Motorradtypen bis zu 24-mal lauter waren als erlaubt. Trotzdem lehnte vor zwei Jahren eine Allianz aus SVP-, FDP- und CVP-Nationalräten es ab, die verschärften EU-Lärmvorschriften nicht nur für frisch typengenehmigte Töffs, sondern auch rückwirkend für bereits zugelassene Motorräder anzuwenden.

Nun stellt sich heraus, dass trotz der seit Anfang Jahr auch in der Schweiz geltenden Vorschriften sich eigentlich nichts an der Lärmsituation geändert hat. Deshalb nehmen die Töfflärmgegner einen neuen Anlauf. Der Obwaldner CSP-Nationalrat Karl Vogler und die Graubündner SP-Nationalrätin Silva Semadeni haben heute je einen Vorstoss eingereicht, damit der Bundesrat «wirksame Massnahmen gegen diese offensichtlich illegalen Praktiken» einleitet. Unterstützung fanden die beiden Interpellationen bei rund 80 Parlamentariern aus fast allen Parteien. Sukkurs gibt es auch von der Lärmliga und dem Schweizerischen Städteverband (SSV).

Mitunterzeichner aus der FDP, CVP und EVP

Vogler schreibt in seiner Interpellation: «Ein einzelner Töff kann Hunderte von Menschen in ihrem Wohlbefinden einschränken. Vor allem entlang der Alpenpässe – in der empfindlichen Erholungslandschaft – ist der Lärm oft ohrenbetäubend.» Bei seiner Ratskollegin Silva Semadeni tönt es ähnlich: «Bei schönem Wetter dröhnen sie zum Vergnügen über die Alpenpässe, an Seeufern entlang, durch Täler und Dörfer. Einige fahren offenbar je lauter, desto lieber. Und sie werden immer mehr.» Immerhin sei seit dem 1.1.2016 die «Sport»-Taste, welche die Klappen bei der Auspuffanlage öffnet und so den Motorensound deutlich verstärkt, verboten. «Dieses Recht gilt nun – davon merken aber die Betroffenen nichts und werden wohl auch in Zukunft nichts merken», sagt Vogler.

Zu den über 50 Mitunterzeichnern von Voglers Interpellation gehören beispielsweise SP-Fraktionschef Roger Nordmann, GLP-Präsident und bekennender Töff-Fahrer Martin Bäumle, FDP-Nationalrat und Städteverband-Präsident Kurt Fluri, CVP-Nationalrat und Bauernverbandspräsident Markus Ritter sowie EVP-Präsidentin Marianne Streiff. Sie verlangen vom Bundesrat, Massnahmen aufzuzeigen, wie illegal abgeänderte und überlaute Motorräder härter bestraft respektive mit einfachen Mitteln erkannt und aus dem Verkehr gezogen werden können.

«Unsichtbar in Leitpfosten versteckte Messgeräte»

Da die Lärmbelästigung der Bevölkerung nach wie vor nur unzureichend erfasst würde, fragt Silva Semadeni die Landesregierung, ob sie bereit sei, tatsächliche Lärmimmissionen entlang viel befahrener Motorradstrecken auch mit neuen Messmethoden realitätsnah zu erfassen. Dabei verweist die SP-Nationalrätin auf ein Pilotprojekt in der deutschen Stadt Wermelskirchen, wo unsichtbar in Leitpfosten versteckte Messgeräte Lärmimmissionen entlang viel befahrener Motorradstrecken erfassen.

Noch expliziter wird Peter Ettler, Präsident der Lärmliga Schweiz: «Sämtliche Lärm verstärkenden Einrichtungen bei Sportwagen und an Motorrädern gehören auf Schweizer Terrain verboten.» Denn bei Sportautos im oberen Preissegment ist das Problem gleich gelagert: Mittels eines ab Werk eingebauten Knopfes lassen sich Geräuschemissionen produzieren, die weit über den europaweit für Autos geltenden Lärmgrenzwerten liegen. Die EU-Vorschriften würden im Alltagsbetrieb Umgehungsmöglichkeiten à la carte bieten, so Ettler, weshalb in einem ersten Schritt die Lärmgrenzwerte für Sportwagen und Motorräder nicht mehr ausgetrickst werden dürften. Er fordert die Polizei auf, Lärmmessfallen mit Fotoauslösern analog den Geschwindigkeits-Radarfallen zu installieren.

Kein Verständnis bei der Parlamentarischen Gruppe Motorrad

Kein Gehör für die Anliegen der Interpellanten und der Lärmliga hat SVP-Nationalrat und Mitgründer der Parlamentarischen Gruppe Motorrad Walter Wobmann: «Ich verstehe das nicht, gehen den Rot-Grünen langsam die Ideen aus?» Es sei die alte Platte, die wieder neu aufgelegt werde. «Dabei werden die Motorräder und Autos doch seit Jahren immer leiser.» Er wehre sich dagegen, dass früher legal gekaufte Autos und Motorräder nachträglich teuer umgerüstet werden sollen. «Wir werden auf jeden Fall alle entsprechenden Pläne entschieden bekämpfen», so Wobmann. Auf die Frage des «Tages-Anzeigers», warum man nicht einfach die Lärm verursachende Sport-Taste nicht ausschalte, sagt der Solothurner Nationalrat: «Die meisten Töfffahrer fahren höchstens nur ausserorts etwas lauter herum, innerorts fahren sie sowieso niedertourig, also leiser.»(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.09.2016, 15:50 Uhr

 

7 Gedanken zu “Breite(?) Allianz gegen Knatter-Töffs?

  1. Geht es wirklich um den Unterschied zwischen Lärm für die einen und Sound um die anderen? Oder geht es viel mehr um die welche es übertreiben?
    Fakt ist nun mal, das mit den Klappen Systemen, ob nun mit oder ohne Knopf, der Gesetzgeber von den Herstellern willentlich verarscht wurde. In etwa vergleichbar mit dem Abgas Skandal bei VW und anderen.
    Das stösst etlichen Menschen an beliebten Motorrad Hotspots ziemlich sauer auf.
    Und ehrlich gesagt, ich kann die zu einem guten Stück verstehen.
    Nicht das Du mich jetzt falsch verstehst, ich liebe das Motorradfahrern über alles, bin deutlich über 10’000 Kilometer pro Jahr unterwegs.
    Dennoch bin ich der Meinung, das, wenn wir betreffend „Sound“ nicht beginnen um zu denken, noch ganz andere Dinge auf uns zu kommen. Siehe Streckensperrungen bzw Beschränkungen in Deutschland.

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  2. Wieder einmal wird von den Politikern pauschalisiert. Sicher,es gibt Motorräder die eindeutig zu, aber diese sind nachträglich verändert worden. Die Mehrheit der Motorradfahrer fahren mit Serienauspuffanlagen oder mit Nachrüstanlagen die für die Schweiz zugelassen sind. Da der Gesetzgeber dort harte Richtlinien vorgibt, bewegen sich diese also im Bereich des Erlaubten.
    Aber und das wissen auch die Prüfer und Techniker werden Auspuffanlagen mit Länge der Nutzungsdauer einige Dezibel lauter wogegen der Motorradfahrer machtlos ist. Ausser er kauft sich jedes Jahr eine neue Auspuffanlage. Bei der ganzen Diskussion lässt man aber die wirklichen nervtötenden Lärmverursacher aussen vor ,die Roller und Mofas.
    Und eines sollten die Damen und Herren Politiker nicht vergessen. Der Motorradhandel und Zubehörmarkt setzt Millionen um,die wiederum Millionen an Steuern bringen. Wer das eine will muss halt das andere mögen ist da das Stichwort. Lärmbegrenzung ja,aber mit Weitsicht und Verstand.

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  3. Schon wieder wird versucht den Motorradfahrern das Leben zu versauern. Wenn schon, dann sollten vielleicht auch mal Personenwagen etc. gewisser Landleute unter die Lupe genommen werden. Meines Erachtens kommt es auch vielmehr auf die Fahrweise an, als nur um die reinen Motorengeräusche. Ich wohne mitten in der Stadt Winterthur. Da stören sich die Bewohner viel mehr über Autofahrer welche ihre Fahrzeuge aufheulen lassen oder Beschleunigungsrennen veranstalten und dadurch gewollt extra enormen Lärm verursachen. Gegen diese Rowdies wird aber nichts unternommen. Solches Verhalten könnte aber ganz klar von Gesetzes wegen, geahndet werden, während die sog. Klappenauspuffe an Motorrädern nun mal Gesetzes konform sind. Aber eben, die Motorradfahrer haben nun mal neben Walter Wobmann niemanden in Bern der sie vertitt.

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